Aufgaben für die Einzel- und Partnerarbeit zum Thema „Zwillinge“

Die Seitennummern beziehen sich auf die Broschüre, die als Dokument diesem Beitrag anhängt. Bei dem Umfang der Dokumente und der Breite der Thematik ist es am besten direkt mit der Broschüre zu arbeiten. Ansonsten findet man sich nicht zurecht

Petra Reichel

Klären Sie zur Erschließung des Inhalts einzeln oder in Partnerarbeit die folgenden Aufgaben:

1.)  Silke Spahr und Ilona Seeber stellten am 1. April 1976 fast wortgleiche Ausreiseanträge (S. 6-9).

a. Nennen Sie Gründe für den Wunsch der Frauen, in der BRD leben zu wollen.

b. Würden Sie heute die Einreise von Menschen aus diesen Gründen befürworten?

c. Nennen Sie die gesetzlichen Bestimmungen und Regelungen, auf die sich Spahr und Seeber beriefen bzw. die sie nutzen wollten.

2.) Mit demselben Datum schreiben beide Frauen an den Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen (S. 10;11). Was erhofften sie sich von ihm und um was baten sie?

3.) Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) beschlagnahmte etliche Briefe aus dem Umfeld der beiden Antragstellerinnen von der BRD in die DDR.

a. Charakterisieren Sie vier im Quellenheft wiedergegebenen Schreiben aus dem Jahr 1979 (S. 25; 31,32; 34,35; 48).

b. Benennen Sie Absender, Zweck und Schreibstil und Auffälligkeiten der Dokumente.

c. Können Sie Gründe nennen, weshalb Ihrer Meinung nach die Beschlagnahme solcher Briefe berechtigt sein könnte?

4.) Für den Zeitraum 1979 und Januar 1980 finden Sie im Quellenheft Reaktionen des MfS auf die Ausreiseanträge der beiden Frauen (S. 37,38; 53,54; 39).

a. Welche Maßnahmen gegen die beiden können Sie aus den Dokumenten herauslesen?

b. Halten Sie diese Maßnahmen für angemessen angesichts des Tatverdachts gegen die Frauen? Berücksichtigen Sie in Ihrer Antwort auch das Schreiben der Abteilung Postzollfahndung, insbesondere den Hinweis auf das Jahr 1974 (S. 12, 13; 50, 51).

5) Die Eröffnungsberichte des MfS zur Operation Postkontrolle (OPK) zu Silke Spahr und Ilona Seeber schilderten 1978 den bisherigen Vorgang der Ereignisse (S. 19-24). Wie stellen die Beiden Berichte das Anliegen und das Beharren der Frauen auf Ausreise dar? Bewerten Sie diese Haltung.

6.) Der „Sachstandsbericht“ der Hauptabteilung XX/AG RV des MfS schilderte 1977 die Entwicklung der Ereignisse seit dem ersten Ausreiseantrag und konzentrierte sich schließlich auf die finanzielle Situation der beiden (S. 16-18). Wie wurden im Bericht Forderung, Auftreten und Lebensweise der beiden Frauen dargestellt? Verfassen Sie in eigenen Worten einen Gegenentwurf, wie man die beiden Frauen auch darstellen könnte.

7) Der Rat des Stadtbezirks führte mit Silke Spar und Ilona Seeber mehrere „Aussprachen“ über die Ausreiseanträge und deren Zurückweisung (S. 14; 15; 33; 43, 44; 45). Welches Verhältnis des staatlichen Organs gegenüber den Bürgerinnen kommt darin zum Ausdruck?

8) Im Januar 1979 machte die Kreisdienststelle (KD) Berlin-Friedrichshain des MfS den Vorschlag zur Übersiedlung einer der Frauen (S.28, 29). Weshalb lehnte die vorgesetzte Dienststelle den Vorschlag ab (S. 30)?

9.)Der Abschlussbericht der KD Friedrichshain im Mai 1981 schilderte nochmals die Entwicklung, die zur Zurücknahme der Ausreiseanträge beider Frauen führte (S. 57-59).

a. Entspricht die Schilderung auch Ihrem Eindruck von dem Konflikt?

b. Versuchen Sie eine Einschätzung, ob dieser „Erfolg“ sich für das MfS tatsächlich gelohnt hat.

c. Überlegen Sie, wie die staatlichen Organe und das MfS auch hätten reagieren können und was dann passiert wäre.

 

Broschüre und Dokumente (in der Broschüre enthalten) entnommen aus dem Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv

und 

„Einblick ins Geheime“, Ausstellung zum Stasi-Unterlagen-Archiv

Aufgaben für die Einzel- und Partnerarbeit zum Thema „Zwillinge“

Aufgaben entnommen aus dem Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv und „Einblick ins Geheime“, Ausstellung zum Stasi-Unterlagen-Archiv

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