• MfS-Unterlagen-Auswertung

    Die junge Generation kennt die DDR nur noch aus Erzählungen und aus dem Geschichtsunterricht.

    Das Bundesarchiv-Stasi-Unterlagenarchiv bietet interessante Materialien mit den historischen Dokumenten an. Das ist sehr interessant und nützlich, um die Ereignisse der damaligen Zeiten zu recherchieren.

    Diese Seite will eine Ergänzung und andere Sichtweise auf die Dinge präsentieren. Darum wertet sie die interessanten Materialien des Bundesarchivs-Stasi-Unterlagenarchiv nach ihrer Anschauung aus.

    Das Anliegen dieser Seite ist, dass auch sie in den Geschichtsunterricht und die Forschung der damaligen Zeit einbezogen wird-

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    Es fängt erst mal mit der korrekten Bezeichnung des Geheimdienstes der DDR an. Der Begriff „Stasi“ ist in aller Munde. Die wenigsten wissen, dass es sich dabei um einen Hetzbegriff handelt. Die korrekte Bezeichnung ist MfS (Ministerium für Staatssicherheit).

    Nun ist der Aktenbestand ins Bundesarchiv übergegangen. Das ist die bessere Lösung, als die BStU.

    Zur Geschichtsforschung ist die Website ISOR Sozialverein e.V. .

    bzw. die Unterseite Startseite IK ist sehr zu empfehlen.  

     

    Da zeigen ehemalige MfS-Angehörige als Zeitzeugen ihre Sicht auf die Geschichte der DDR und des MfS.

  • „James Bond des Ostens“ – Horst Hesse

    Während James Bond eine Phantasiefigur ist war Horst Hesse ein realer Mensch. 

    Das Bundesarchiv -Stasiunterlagen-Archiv präsentiert beschreibt das Wirken von Horst Hesse und hat Original-Dokumente veröffentlicht, die in diesem Beitrag wiedergegeben werden.

    Im Jahre 1963 verarbeitete die DEFA die Aktion „Schlag“ im Kinofilm „For eyes only“. 

    Siehe auch Beiträge in DIE TROMMLER-ARCHIV:

    Film „For eyes only“

    Artikel von „Junge Welt“ zum Tod von Horst Hesse

    Artikel von „Spiegel online“ vom 11.05.2016 zu Horst Hesse

    Personenbeschreibung von DIE TROMMLER-ARCHIV, entnommen von Wikipedia

    Alles weitere siehe Beitrag vom Bundesarchiv-Stasiunterlagen-Archiv.

    Die Originaldokumente und das Bild sind aus dem Bundesarchiv Stasiunterlagen-Archiv entnommen worden.

    Protokoll der Bezirksverwaltung Magdeburg zum Erscheinen Horst Hesses in der Dienststelle

    Protokoll

    Ich, Horst Hesse, geb. am 12.05.1922, wohnhaft in Magdeburg, (Straße geschwärzt), melde dem Ministerium für Staatssicherheit am 19.01.1954, dass ich auf Grund eines Briefes, den ich von dem (Name geschwärzt) am 18.01.1954 erhielt und den ich heute gleichfalls mit übergebe, den Verdacht hege, dass der republikflüchtige (Name geschwärzt) nach Westberlin einlädt, weil der damit gegen die Deutsche Demokratische Republik feindliche Absichten verbindet.

    Ich nehme das deshalb an, weil ich den (Name geschwärzt), der von 1948 bis 1949 in Magdeburg, (Straße geschwärzt) bei (Name geschwärzt) wohnte, kenne, er hat dort immer nur von Schiebergeschäften gelebt und wurde 1949 republikflüchtig, weil – wie ich von anderen Nachbarn erfuhr – er Angst haben müsste, von der Deutschen Volkspolizei wegen seiner Beteiligung an Buntmetalldiebstählen festgenommen zu werden. 

    Unterzeichnet: Horst Hesse

    (Notiz der Dienststelle P.R.)

    Dieses Protokoll habe ich am 19.01.1954, 08:10 Uhr von dem die Dienststelle aufsuchenden Horst Hesse handschriftlich fertigen lassen, weil es, falls beschlossen wird, den Hesse für eine Mithilfe heranzuziehen, oder falls er sich in feindlicher Absicht unserer Dienststelle näherte, bestimmte Bedeutung erlangen kann.

    Unterschrift geschwärzt

    Originaldokument

    Schlussbericht zur Werbung von Horst Hesse

    Magdeburg, den 27.01.1954

    Schlussbericht zur Werbung von Horst Hesse

    Obengenannter wurde am 25.01.1954 in der KW „XXXXXXX“ zur Mitarbeit für die Organe des MfS verpflichtet.

    Hesse erschien am 19.01.1954 in der Bezirksverwaltung und machte Mitteilung über einen Brief, den er von einem gewissen (Name geschwärzt) aus Westberlin erhielt, der früher in Magdeburg wohnhaft war, dann republikflüchtig wurde und jetzt vermutlich eine feindliche Tätigkeit gegen die Deutsche Demokratische Republik ausführt. 

    Aufgrund dieser Meldung erfolgte bei Hesse die Anwerbung als inoffizieller Mitarbeiter durch Überzeugung.

    Im Verlaufe des Werbungsgespräches wurde mit ihm eingehend über die politische und wirtschaftliche Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik und in Westdeutschland gesprochen. Dabei wurde aufgezeigt, mit welchen verbrecherischen Mitteln die imperialistischen Geheimdienste und Agentenzentralen versuchen, dich Stützpunkte in der Deutschen Demokratischen Republik zu schaffen, um den sozialistischen Aufbau zu schädigen.

    Hesse zeigte dabei eine positive Haltung und brachte zum Ausdruck, dass es für ihn als Parteimitglied eine Selbstverständlichkeit ist, den Aufbau der Deutschen Demokratischen Republik zu schützen.

    Er erklärte sich bereit, seine ganze Kraft einzusetzen und uns in unserer Arbeit zu unterstützen.

    Danach wurde die Werbung durchgeführt und er schrieb die Verpflichtung, ohne Hemmnisse zu zeigen.

    Hesse wählte sich den Decknamen „Jürgen“ selbst.

    Originaldokument

    Plan für die Arbeit mit dem GM (GM war das was später die IM waren) „Jürgen“ in der Perspektive

    Dazu wurde festgelegt:

    Ziel:

    Liquidierung der Residentur des (Name geschwärzt) in Westberlin mit seinen Agenten in der DDR und weiteres Eindringen des GM „Jürgen“ in die Zentrale in Westdeutschland mit dem Ziel der Zerschlagung dieser amerikanischen Geheimdienststelle und ihres Agentennetzes.

    Diese operative Aufgabe sollte wie folgt gelöst werden:

    1. Etappe: Aufklärung des Residenten (Name geschwärzt) und Feststellung seiner Agenten in der DDR durch aktive Maßnahmen in Westberlin, unter Beachtung der Sicherheit des GM „Jürgen“- Festnahmeaktion der Agenten in der DDR zur Liquidierung dieser Residentur
    2. Etappe: Geschickte Ausnutzung der Zerschlagung der Residentur des (Name geschwärzt) als Grundlage der Übersiedlung des GM „Jürgen“ nach Westberlin und Westdeutschland mit dem Ziel des tieferen Eindringens in die Geheimdienstzentrale in Westdeutschland
    3. Etappe: Eindringen in die Dienststelle des amerikanischen Geheimdienstes und Schaffung entsprechender Voraussetzungen zur Besetzung einer Schlüsselfunktion, Aufklärung der Struktur und Arbeitsmethoden des Gegners sowie Durchführung von Maßnahmen zur Zersetzung der Dienststelle
    4. Etappe: Vorbereitung der Zerschlagung der amerikanischen Dienststelle durch                                     a) ideologisch-                                                                                                                                               Sicherstellung von Spionageunterlagen zur politisch-propagandistischen Auswertung b) Physisch-                                                                                                                                       Festnahme der gesamten Agenten dieser Dienststelle auf dem Gebiet der DDR

    Zielstellung und Festlegung der ersten aktiven Maßnahme gegen den Residenten (Name geschwärzt) in Westberlin.


    Zur Schaffung der Grundlage der Legende zum Übersiedeln des GM „Jürgen“ in eine Dienststelle des amerikanischen Geheimdienstes nach Westdeutschland war es notwendig, dass die Festnahme der Agenten des Residenten (Name Geschwärzt) in der DDR noch in der gleichen Nacht erfolgen, wo die Unterlagen aus der Wohnung des Residenten (Name geschwärzt) geholt werden.

    Dazu war notwendig, dass dieser Aktion eine aktive Maßnahme in Westberlin vorausging, die es dem MfS ermöglichte, bereits vor der Aktion alle in der DDR von (Name geschwärzt) ausgehaltenen Agenten genau zu bestimmen.

    Es wurde festgelegt, dass der GM „Jürgen“ sich in die Wohnung des Residenten (Name geschwärzt) in Westberlin begibt, um alle diese Angaben zu beschaffen.

    Der GM „Jürgen“ musste, trotz aller Gefahr, diese Maßnahme selbst durchführen, da er mit den Räumlichkeiten und der Lage der Wohnung sowie der Unterbringung der Spionageunterlagen und dem Verhalten der Bewohner bestens vertraut war.

    Diese Maßnahme musste in Abwesenheit des Residenten (Name geschwärzt) sowie seiner Geliebten und Wirtin (Name geschwärzt) erfolgen.

    Da dem MfS bekannt war, das der Resident (Name geschwärzt) und seine Geliebte regelmäßig längere Zeit die Wohnung zusammen verließen und zur gleichen Zeit auch die Wirtin (Name geschwärzt) sich für mehrere Stunden außer dem hause befand, war eine günstige Lage, die vom MfS geplante aktive Maßnahme durchzuführen.

    Dazu war erforderlich, vorher bis in alle Einzelheiten zu wissen.

    1. Wie sind die Wohnverhältnisse, wie liegen die Zimmer, wie ist die Wohnungseinrichtung?
    2. Wer benutzt welche Zimmer?
    3. Wie ist die Lage des Hauses und wie die des Wohngebietes, welche Straßen müssen benutzt werden?
    4. Wo und wie wird das Spionagematerial untergebracht?
    5. Welche Schlüssel muss man benutzen, um                                                                                         -in das Haus,                                                                                                                                                         -in die Wohnung,                                                                                                                                          -in das Zimmer und                                                                                                                                -in das Behältnis zu kommen, wo die Spionagematerialien aufbewahrt werden
    6. Wo sein die Lichtschalter im Haus und in der Wohnung, wo die Sicherungen und welche können bei der Maßnahme benutzt werden?
    7. Wann (an welchem Tag und zu welcher Zeit und wie lange) ist der geeignetste Zeitpunkt zur Durchführung dieser Maßnahme?
    8. Wie ist diese Maßnahme durchzuführen, wie hat man sich im Haus, in der Wohnung oder auf der Straße zu verhalten?
    9. Wie hat sich der GM zu verhalten, wenn (Name geschwärzt), seine Geliebte oder die Wirtin (Name geschwärzt) die Wohnung nicht verlassen haben oder wenn er sie im Haus oder auf der Straße trifft?
    10. (Im Original steht da „k“) Wie hat sich der GM zu verhalten, wenn er in der Wohnung durch die Bewohner überrascht wird?
    11. (Im Original steht da „l“) Welche Besonderheiten gibt es noch zu beachten und wie hat sich der GM bei gelungener Maßnahme auf dem Rückweg zu verhalten, wenn er (Name geschwärzt), seine Geliebte oder die Wirtin (Name geschwärzt) trifft?

    Schlussfolgerungen aus dem Vortrag und dem Handmaterial zur 1. Phase

    1. Die bei dem inoffiziellen Mitarbeiter vorhanden Anschlussmöglichkeiten an deine feindliche Zentrale wurden bewusst ausgenutzt und in die Wirklichkeit, d.h. in operative Erfolge umgesetzt.                                                                                                  Von Angebeginn der Arbeit mit dem inoffiziellen Mitarbeiter stand im Mittelpunkt seine Qualifizierung und Entwicklung, um die gestellte Aufgabe zu lösen.
    2. Entscheidend für den Erfolg des Ansetzens des IM (Ahh hier heißt es jetzt IM P.R.) an den Residenten war die gründliche Vorbereitung dieser Maßnahme, die sorgfältige Ausarbeitung einer wirkungsvollen Legende und das gute selbstständige Verhalten und Reagieren des inoffiziellen Mitarbeiters bei der Zusammenkunft mit dem Residenten.
    3. Für die Aufklärung der feindlichen Tätigkeit des Residenten spielte eine sehr wichtige Rolle, dass es der GM (Ahh hier wieder GM P.R.) verstand, zu (Name geschwärzt) und seiner Freundin sein enges persönliches Verhältnis herzustellen, dass er die Schwächen des Residenten geschickt ausnutzte und dass die Arbeitsweise des Residenten gründlich aufgeklärt werden konnte, indem der GM sich ausführlich instruieren ließ für die Durchführung der Spionageaufträge.
    4. Im Laufe der Arbeit mit dem GM wurden zielstrebig und bewusst neue Umstände und Möglichkeiten geschaffen – Wechsel der Arbeitsstelle- die es ermöglichten, die operative Arbeit des GM gegenüber seiner Ehefrau und des Bekanntenkreises  abzudecken und darüber hinaus das Interesse des Residenten an dem GM steigerten.
    5. In der Zusammenarbeit mit dem GM in dieser Phase und seiner Steuerung zur angeblichen Durchführung der Spionageaufträge des (Name geschwärzt) wurden im Zusammenhang mit dem Spezialauftrag, den der GM vom Residenten erhielt, Fehler gemacht, wodurch leicht der Erfolg der weiteren Arbeit in Frage gestellt werden konnte. Dieser Fehler lag vor allem in folgendem:                                                                         a)Der Sonderauftrag des GM wurde nicht gründlich genug vom Mitarbeiter analysiert, sonst hätte er einschätzen müssen, dass der Gegner entweder damit den GM überprüfen will oder sich daraus die Möglichkeit ergibt, die Vertrauensposition des GM beim Residenten und vor allem seiner westdeutschen Zentrale zu festigen und das Interesse am GM zu steigern.                                                                                          Das heiß, eine solche Einschätzung hätte eine große Gründlichkeit und Überlegtheit erfordert.                                                                                                                                         b) Wenn der GM schon die Spionageaufnahmen für die Zentrale nicht selbst gemacht hat bzw. auch nicht machen konnte, so musste ihm aber mitgeteilt werden, was aufgenommen wurde und von wo aus angeblich die Aufnahmen gemacht wurden, damit der GM sich selbst sicher fühlte und treffende Antworten bei einer evtl. Überprüfung geben konnte.
    6.  Neben der Herstellung eines engen persönlichen Verhältnisses durch den GM mit dem Residenten und die Aufklärung seiner Gewohnheiten, war und ist es für die Durchführung aktiver Maßnahmen in Westberlin notwendig, alle dazu notwendigen Umstände und Verhältnisse, wie die Wohnung, Lage der Zimmer, wie wird die Wohnung verschlossen, Hausbewohner usw., genau aufzuklären und alle Kleinigkeiten zu beachten und zu analysieren.

    Für das Übersiedeln des GM „Jürgen“ nach Westberlin wurde folgende operative Legende gewählt:


    Dabei war zu beachten:

    1. Die Entnahme der Spionageunterlagen des (Name geschwärzt) aus Westberlin durfte auf keinen Fall dem GM zur Last gelegt werden bzw. durfte keinerlei Verdacht auf ihn fallen.
    2. Das Erscheinen des GM bei (Name geschwärzt) in Westberlin, nach der durchgeführten Aktion, musste so natürlich wie möglich erfolgen.
    3. Die Initiative zum Übersiedeln des GM nach Westberlin musste von (Name geschwärzt) ausgehen.

    Bereits vor der Liquidierung der Residentur (Name geschwärzt) wurde ein GI an diesen herangebracht mit dem Ziel, bei der Durchführung der Aktion diesen sofort abzuziehen, um damit den Verdacht auf diesen zu lenken.

    Die Durchführung der aktiven Maßnahme gegen (Name geschwärzt) hatte so zu folgen, dass bei (Name geschwärzt) kein Zweifel darüber bestand, dass sich diese Materialien in den Händen des MfS befinden.

    Diese Aktion sollte so erfolgen, dass sie einen Tag vor der festgelegten Zusammenkunft mit (Name geschwärzt) in Westberlin durchgeführt wurde. Der GM musste dabei unbekümmert wie immer bei (Name geschwärzt) erscheinen.

    Aller Wahrscheinlichkeit nach müsste dann (Name geschwärzt) – da der GM zu seinen besten Leuten zählt – versuchen, den GM von einer Rückkehr in die DDR abzuhalten, um ihn einer Festnahme durch die Sicherheitsorgane der DDR zu entziehen.

    Sollte (Name geschwärzt) dem GM über den Verlust der Spionageunterlagen Mitteilung machen, ihn aber nicht zum Verbleiben in Westberlin auffordern, so müsste es der GM ablehnen- unter Berufung auf seine eigene Sicherheit – wieder in die DDR zurückzufahren. Wenn (Name geschwärzt) aber den Verlust seiner Spionageunterlagen gegenüber dem GM überhaupt nicht erwähnt, so hätte der GM die Rückfahrt wieder antreten müssen.

    In diesem Fall hat der GM vom demokratischen Sektor von Berlin aus eine ihm bekanntgegebene Telefonnummer des MfS anzurufen und darüber Mitteilung zu machen.         

    Zu diesem Zweck wird eine Person vorbereitet, die den GM sofort nach seiner Ankunft in Magdeburg aufsucht und warnt, dass sich das MfS auf seiner Arbeitsstelle nach ihm erkundigt habe. Daraufhin fährt der GM sofort wieder zu (Name geschwärzt) nach Westberlin und stellt diesen zur Rede über den Grund einer evtl. Festnahme durch das MfS.

    Nach erfolgter Übersiedlung ist zur Vorbereitung einer guten Ausgangsstellung zum Eindringen in den amerikanischen Geheimdienst in Westdeutschland sowie zur Absicherung gegenüber dem Residenten (Name geschwärzt) wie folgt zu verfahren:

    • Beim Eintreffen bei (Name geschwärzt) in Westberlin hat der GM auf eine Meldung über den Verlust der gesamten Spionageunterlagen an die vorgesetzte Dienststelle des (Name geschwärzt) zu drängen.
    • Der GM hat einem verantwortlichen Mitarbeiter dieser amerikanischen Geheimdienststelle zu erklären, dass der Verlust der Spionagematerialien und damit eine Gefährdung einer Reihe von Personen in der DDR eine leichtfertige Handlung des (Name geschwärzt) sei, da er diese Unterlagen nicht in einem Panzerschrank und auch nicht durch andere Mittel sichere. Auch das moralische Verhalten des (Name geschwärzt) gefährde die für den Amerikaner tätigen Leute in der DDR (bei Trinkgelagen führt er Berichte seiner Agenten mit).

    Die bisher gemachten Erfahrungen in der Bearbeitung der Geheimdienste und Agentenzentralen zeigen, dass dies Dienststellen jede Person, die sich aus der DDR nach Westdeutschland absetzt, über Adressen von Verwandten und anderen bekannten Personen aus dem Wohn- und Arbeitsgebiet befragt, mit dem Ziel, diese Personen anzuschreiben und für eine Feindtätigkeit gegen die Deutsche Demokratische Republik zu gewinnen.

    Aufgrund dieser Erfahrungen wurden dem GM eine Reihe von Personen durch das MfS genannt, die er bei einer diesbezüglichen Befragung durch die feindlichen Dienststellen nennen kann.

    Bei diesen Personen handelt es sich um inoffizielle Mitarbeiter oder speziell für diese Zwecke angeworbene Personen, die auch für den Gegner aufgrund beruflicher oder örtlicher Herkunft von Interesse, bzw. wegen ihrer Spezialkenntnisse für eine Feindtätigkeit gegen die DDR geeignet sind.

    Damit die Echtheit der vom GM beim Geheimdienst angegebenen „Bekannten“ aus der DDR nicht angezweifelt wird, werden einige dieser dem GM genannten Personen vom MfS beauftragt, bei einem Ansprechen von westlicher Seite- zum Zwecke der Anwerbung für eine feindliche Tätigkeit gegen die DDR, solch ein Ansinnen abzulehnen.

    Originaldokument

    Vermerk über die Herstellung der Verbindung zwischen dem MfS und dem GM „Jürgen“ in Westdeutschland


    Vor der Übersiedlung des GM nach Westdeutschland wurde mit ihm vereinbart, dass diejenige Person, welche im Auftrag des MfS die Verbindung mit ihm in Westdeutschland aufnehmen wird, ihm selbst bekannt ist und als Erkennungszeichen sein Feuerzeug (mit einer Pferdekopfgravur) übergibt.

    Es wurde weiter vereinbart, dass der GM ständig Postverkehr mit seiner Ehefrau aufrechterhält, damit das MfS – über die Abteilung M (Postkontrolle P.R.) – von seinem jeweiligen Aufenthaltsort informiert ist.

    Mit dem Auftrag der Verbindungsaufnahme wurde seine Ehefrau zu gegebener Zeit vom MfS beauftragt und in der Folgezeit als Kurier eingesetzt.

    Der erste Auftrag an den GM „Jürgen“, welcher durch Kurier überbracht wurde, lautete:

    1. Mit der MID-Dienststelle in Würzburg ist unter allen Umständen Kontakt wieder aufzunehmen und zu versuchen, in dieser Dienststelle eingestellt zu werden.
    2. Nach der Einstellung in dieser Dienststelle ist ein gutes Verhältnis mit dem Leiter zu schaffen.
    3. Die Struktur und die Arbeitsmethoden der MID-Dienststelle sind festzustellen.
    4. Alle Agenten, die für diese Dienststelle in der DDR tätig sind, sind zu erfassen und dem MfS mitzuteilen
    5. Mit der Ehefrau ist weiterhin eine ständige Briefverbindung zu halten, um den jeweiligen Aufenthaltsort zu verfolgen.                                                                           (anliegend die Kopie des Briefes an die MID-Dienststelle und Antwortbrief)

    Originaldokument

    Entwurf eines Schreibens – Vortrag von Horst Hesse

    An das

    Ministerium für Staatssicherheit

    Bezirksverwaltung……

    Für Ihre Bezirksverwaltung/Diensteinheit besteht die Möglichkeit in der Zeit vom….bis…. im Rahmen der politisch operativen Schulung den Vortrag

    • „Über Vorbereitung und Durchführung aktiver Maßnahmen von der Verbindungsaufnahme bis zur Liquidierung der MID-Dienststelle Würzburg und der Zerschlagung seiner Agenten in der DDR“

    Durch den Mitarbeiter des MfS, Genossen Oberleutnant Hesse der selbst als GM (das ist das was später ein IM war. P.R.) und später als Offizier im besonderen Einsatz an dieser Aktion teilnahm, zu halten.

    Der Vortrag wird 3 ½ bis 4 Stunden in Anspruch nehmen. Im Anschluss an den Vortrag sollte man ½ Stunde freihalten, um Fragen durch den Gen. Oberltn. Hesse beantworten zu lassen. (Was für ein langer Vortrag. Solange kann sich kein Mensch konzentrieren. Selbst wenn es sich um Fachpublikum handelt. Vielleicht gab es Pausen, die aber im Entwurf des Schreibens nicht vermerkt waren. P.R.)

    Außer diesem Vortrag wird noch eine Ausstellung gezeigt, die einen kurzen Abriss der gesamten Aktion darstellt. Des weiteren wird zur Ausstellung noch eine Reihe von Originalmaterial ausgelegt, welches aus den Panzerschränken des MID stammt.

    Mit Erfolg wurde dieser Vortrag bereits an der Hochschule des MfS in Potsdam-Eiche und an der Fachschule des MfS in Gransee sowie anderen Dienststellen gehalten.

    Als Teilnehmerkreis wird vorgeschlagen:

    • die Leiter der operativen Abteilungen,
    • die Kreisdienststellenleiter
    • die Mitarbeiter der Abteilungen II, V, VII, VIII und XV.

    Eine kurze Übersicht über den Ablauf und Inhalt des Vortrages wird als Anlage beigefügt.

    Bei Einverständnis bitten wir um entsprechende Mitteilung über den Zeitpunkt der Durchführung an……….

    Anlage:

    1. Eröffnung des Vortrages durch einen verantwortlichen Genossen der Bezirksverwaltung bzw. Diensteinheit

    Hinweisen auf die Notwendigkeit der allseitigen Qualifizierung der Mitarbeiter in der operativen Arbeit.

    Dieser Vortrag soll dazu dienen:

    1. Die Notwendigkeit und Bedeutung der weiteren Qualifizierung der gesamten Westarbeit durch Ausnutzung aller Reserven und Möglichkeiten auf allen Linien und Arbeitsgebieten des MfS zur Lösung der vom MfS von Partei und Regierung gestellten Aufgaben.
    2. Die Kenntnis und reale Einschätzung des Gegners, d.h. der imperialistischen Geheimdienste und Agentenzentralen, als eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Eindringen in ihre Objekte. Der Gegner darf nicht überschätzt werden, seine Schwächen sind bewusst auszunutzen.
    3. Der Vortrag zeigt anschaulich und überzeugend, wie die vorhandenen Möglichkeiten, derer es auch jetzt noch viele gibt, durch ihre bewusste Ausnutzung und des systematischen Ausbaus dieser Möglichkeiten mittel operativer Legenden und Kombinationen in einen großen Erfolg umgemünzt wurden.
    4. Es muss erkannt werden, wie wichtig die Arbeit mit den Menschen in der operativen Arbeit ist. Erfolge in der Abwehr und Aufklärung sind nur möglich, wenn der Mensch richtig eingesetzt wird.                                                                                                                    Die Genossen müssen sich klar darüber sein, welche Anforderungen an einen Menschen gestellt werden, der eine solche Aufgabe übernimmt und durchführt und welche große patriotische Tat er leistet. (patriotisch hatte damals eine andere Bedeutung als heute. Das hatte nichts mit Rechtsradikalismus und Rechtspopulismus zu tun. P.R.)
    5. Das Verantwortungsbewusstsein der Genossen Mitarbeiter spielt eine große Rolle.                         Sie müssen anleiten, entscheiden über Fragen die nicht nur die operative Arbeit, sondern auch für das persönliche Leben der inoffiziellen Mitarbeiter von sehr großer Bedeutung sind.                                                                                                                                         Deshalb ist die Sorge um den Menschen, die politisch-ideologische Erziehung und das richtige Verstehen dieser Menschen besonders wichtig und steht im Vordergrund.
    6. Durch den Vortrag ziehen sich eine ganze Reihe von Grundfragen der operativen Arbeit und der an den Schulen behandelten Problemen der Konspiration, Wachsamkeit, Arbeit mit den Menschen, Anwendung von Legenden und Kombinationen, Geduld, Klugheit und Mut, die alle bei der Organisierung der Arbeit im Hinterland des Feindes eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.
    7. Dass dieser Vortrag nicht nur für die operative Arbeit im Hinterland des Feindes wichtig ist, sondern auch für die Mitarbeiter die Objekte in der DDR vor feindlichen Handlungen abzusichern haben.
    8. Er muss dazu führen, Aktivität und Begeisterung in der operativen Arbeit zu erhöhen.                 Für die Genossen kommt es an, die gewonnen Erkenntnisse und die Begeisterung auf die unterstellten Mitarbeiter sowie auf das Netz der IM (Hier heiß es schon IM. P.R.) zu übertragen, um noch größere Erfolge beim Kampf gegen die Feinde zur Sicherung der DDR zu erzielen.

    Der Gen. Oberltn. Hesse wird diesen Vortrag in Form eines Erlebnisberichtes halten.                                     Dieser Bericht umfasst die Zeit seiner Zusammenarbeit mit dem MfS zuerst als inoffizieller Mitarbeiter (ehrenamtlich Undercover agierender P.R.) und später dann als Offizier im besonderen Einsatz (hauptberuflich Undercover agierender P.R.).

    Gen. Oberltn. Hesse ist dadurch in der Lage eingehend über alle Schwierigkeiten und Aufgaben bei der Durchführung dieser Aufgabe zu berichten und im Anschluss an den Vortrag Fragen zu beantworten die noch unklar geblieben sind.

    Der Vortrag wird ergänzt durch eine Ausstellung die einen Abriss der einzelnen Etappen (Phasen) der Aktion graphisch und bildlich darstellt sowie durch eine Reihe von Originalunterlagen die mit ausliegen.

    Es ist noch darauf hinzuweisen, dass die Genossen keine Aufzeichnungen über Personen, Daten, Ortsbezeichnungen usw. tätigen.

    Es ist wichtig, dass die Genossen den Inhalt begreifen und sich entsprechende Notizen über die Schlussfolgerungen zur Verbesserung der eigenen operativen Arbeit machen.

    II. Kurze Angaben über Inhalt des Vortrages


    Einleitung:   – Allgemeine persönliche Angaben.

    • Situation bei Erhalt des Briefes aus Westberlin.
    • Kontaktaufnahme des MfS zum Gen. Hesse
    • Aufklärung der Person und erste Aufträge-

    1. Phase: –Ansetzen an den amerikanischen Geheimdienst

    -Maßnahmen zur Aufklärung der Residentur des amerikanischen Geheimdeinstes in Westberlin

    2. Phase: Vorbereitung und Durchführung aktiver zur Zerschlagung der Residentur in                                        

          Westberlin.      

         -Vorbereitung der Übersiedlung des GM nach Westdeutschland.

         – Steuerung des GM in Westberlin und Westdeutschland und Schaffung günstiger 

           Voraussetzungen zum Eindringen in die Zentrale des Gegners.

         -Direkte Maßnahmen zum Eindringen in die Dienststelle.

    3. Phase:Tätigkeitsaufnahme in der Dienststelle des amerikanischen Geheimdeinstes in   

                         Würzburg.

    Übernahme einer Schlüsselstellung in der feindlichen Dienststelle.

    4. Phase: Vorbereitung der Liquidierung der MID-Dienststelle Würzburg durch aktive Maßnahmen, und Durchführung der Aktion.

    5. Phase: Auswertung der Aktion und Festnahme der Agenten in der DDR.

    Entwicklung des Vertrauensverhältnisses zum Leiter und Festigung der persönlichen Stellung.

    Originaldokument

    Horst Hesse während eines Vortrages

    Fragen

    zum Vortrag des Gen. Obltn. Hesse


    1. Was war die Ursache, dass Sie ein viertel Jahr keine Verbindung zu den Organen des MfS hatten?
    2. Wie wird von den Agentenzentralen die Tätigkeit des MfS eingeschätzt?
    3. Welche Methoden wenden die Zentralen bei der Überprüfung ihrer Agenten an?
    4. Kam die Frau des Gen. Hesse mit der MID-Zentrale in Berührung?                                        Wie wurden die Kurierfahrten der Frau des Gen. Hesse abgedeckt?
    5. Wie erfolgt die Zusammenarbeit des MID mit dem BVSA?
    6. Was wurde unternommen, um zu verhindern, dass die Frau des Gen. Hesse nicht nach Westdeutschland übersiedeln musste?
    7. Was ist nach Abschluss der Aktion mit (Name geschwärzt) von Seitens der US-Dienststellen geschehen und sind die hauptamtlichen Mitarbeiter der MID-Zentrale in Würzburg weiter tätig geblieben?
    8. Auf welchem Gebiet führte die MID-Zentrale besondere Feindtätigkeit in der DDR durch?
    9. Warum wurde die Fahrt von Würzburg in die DDR nicht auf dem kürzesten Weg vorgenommen?
    10. Haben Sie in Westdeutschland Anwerbungen für das MfS durchgeführt?
    11. Wie erfolgte das Einschleusen von Agenten der MID-Zentrale in die DDR?
    12. Warum wurden während Ihrer Tätigkeit in der Zentrale auf dem Gebiet der DDR Agentengruppen dieser Zentrale liquidiert?
    13. Wie geschieht die Überwachung solcher Personen in Westdeutschland, die fortschrittlich sind und in Verdacht stehen Verbindungen zur DDR zu unterhalten?
    14. Bestand die Möglichkeit, nach Abschluss der Aktion die dabei eingesetzten IM des MfS weiter einzusetzen?

    Originaldokument

    Leider sind die Antworten nicht überliefert. P.R.

  • Vertane Chancen

    Vernünftige Kirchenkräfte haben sich an Erich Honecker gewandt und die „wunden Punkte“ aufgelistet. 

    Die Kirchen haben die Lage realistisch eingeschätzt. Man hätte gemeinsam mit der Politik Lösungen erarbeiten können.

    Siehe „Schreiben der Konferenz der evangelischen Kirchen an Erich Honecker vom 08.09.1989“.

    Wie reagierte die Politik? Man würde von der Kirche Glaubensätze erwarten. Doch es war die Politik die Glaubensätze „runterbetete“. Das kam bei den aufgebrachten Leuten nicht mehr an. Die Politik hatte den Bezug zur Realität verloren.

    Siehe „Fernschreiben von Erich Honecker an alle Bezirkssekretäre vom 08.10.1989 (Auszug)“

    Zu diesem Zeitpunkt bestand noch die Chance die DDR zu retten. Diese Chance wurde vertan.

    Noch eine vertane Chance ist, dass Erich Mielke die Gesamtsituation zwar richtig einschätzte, aber dennoch den Ernst der Lage nicht erkannte. Fatal, dass einem Geheimdienstchef solch ein gravierender Fehler unterläuft.

    Siehe „Einschätzung der Lage in der DDR durch Erich Mielke (Oktober 1989)“

    und

    „Erich Mielke übersieht die Konterrevolution“

    Eine weitere vertane Chance.

  • Lösungen der 8. Aufgaben zur Konterrevolution

    Lösung Aufgabe 1

    Man konnte die ehemaligen Mitarbeiter nicht oder nur schwer in Arbeit unterbringen.  Die Zusammenarbeit mit anderen Behörden ist zum Erliegen gekommen. Es herrschte eine gesetzlose Zeit.

    Siehe auch „Bericht über die Lage in den Bezirksämtern für Nationale Sicherheit sowie im Zusammenhang mit der Auflösung der Kreisämter für Nationale Sicherheit (15.12.1989)“

     

    Lösung Aufgabe 2

    Was soll man dazu sagen?  Die sahen, dass es mit dem MfS, bzw. AfNS zu Ende ging und sie fühlten sich sicher. So zeigten sie offen die Ablehnung gegenüber den ehemaligen Mitarbeitern des MfS/AfNS. Ja, sie „rechneten sogar mit ihnen ab“.

    Siehe auch „Tagesbericht aus Halle“

     

    Lösung Aufgabe 3

    Natürlich waren die Ängste zu begründen. Es herrschte die gesetzlose Zeit. Der Mob war damals zu allem fähig.

     

     

    Aufgaben entnommen vom Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv und aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

    Aufgaben

    Broschüre

    Zu den Aufgaben:

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  • 8. Aufgaben zur Konterrevolution

    Aufgabe 1

    Erläutern Sie, mit welchen Schwierigkeiten das in der Auflösung befindliche AfNS seit Mitte Dezember 1989 zu kämpfen hatte.

     

    Aufgabe 2

    Erklären Sie, weshalb sich die Beschäftigten in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen erst ab Dezember 1989 massiv gegen die Einstellung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter wehrten.

     

    Aufgabe 3

    Seit Dezember herrschte in vielen Familien von Stasi-Mitarbeitern die Angst vor Ausgrenzung, Verhaftung und sogar Lynchjustiz. Erörtern Sie, was die ehemaligen Stasi-Mitarbeiter befürchteten. Waren ihre Ängste real zu begründen? Was für Ansichten und Vorstellungen der Stasi-Leute kamen dabei zum Vorschein?

     

    Entnommen vom Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv und aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

    Aufgaben

    Broschüre

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  • Tagesbericht aus Halle aus dem Dezember 1989 

    Es ist nur eine Seite als Auszug des Original-Dokuments vorhanden

    Am 21.12.1989 wurde Im VEB Wohnungsbaukombinat Halle-Neustadt, Abteilung Wissenschaft und Technik ein Text der sich gegen Mitarbeiter des ehemaligen MfS und dessen patriotischen (helfenden P.R.) Kräfte (Patriotismus hatte in der DDR und den anderen sozialistischen Ländern eine andere Bedeutung, als heute. Patriotismus hatte nichts mit Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus zu tun, wie es heute der Fall ist. P.R.) richtet, zum Aushang gebracht. Im Verlauf des Tages erfolgte die Unterzeichnung durch mehrere Mitarbeiter dieses Bereiches.

    Am 22.12.1989 wurde einem ehemaligen Mitarbeiter des Kreisamtes Halle durch den Bereichsleiter Hauptauftragnehmer im VEB Rationalisierung Halle mitgeteilt, dass der abgesprochene Arbeitsvertrag zum Einsatz als Objektingenieur in diesem Bereich nicht erfolgen, da die 8 Beschäftigten des Bereiches eine Resolution verfasst hätten, in der sie androhen, im Falle der Einstellung eines ehemaligen Angehörigen des MfS zu kündigen.

    Im Zusammenhang mit der Auflösung des AfNS richtete der Direktor des Bezirkshygieneinstituts Halle ein Schreiben mit Arbeitsstellenangeboten an das Bezirksamt, in dem u.a. für 15 bis 20 jüngere Mitarbeiter (unter 40 Jahre) eine Einstellung als Hygieneinspektor in Aussicht gestellt wurde. In dem am 21.12.1989 erfolgten Kadergespräch(Vorstellungsgespräch P.R.) eröffnete der verantwortliche Chef, der erst die Stellen als Hygieneinspektor anbot, nun den 8 Bewerbern (ausscheidende MfS-Mitarbeiter mit Fachschul- bzw, Hochschulabschluss), dass für ein zu errichtendes Konsultationszentrum in einem unter Denkmalschutz stehenden baufälligen Gebäude in der Großen-Klaus-Straße in Halle ca. 20 „Hilfs“-Handwerker würden. Für die zu bewältigenden Aus- und Umbauarbeiten wären keine Bilanzen vorhanden, da dass die Fertigstellung des Objektes mit entsprechenden provisorischen Möglichkeiten erfolgen müsste (z.B. wird Zement benötigt, dann müssten dafür als Äquivalent (als Tauschobjekt P.R.) Sonderschichten im Herstellerbetrieb gefahren werden; z.B. besteht Bedarf nach Brettern, dann müsste Holz geschlagen werden und dessen Verarbeitung im Sägewerk organisiert werden usw.) Nach Errichtung des Konsultationszentrums, würden für den verbleibenden Teil an Arbeitskräften in diesem Objekt auch Arbeitsplätze als Handwerker möglich sein.

    Nachbemerkungen von Petra Reichel:

    Der Hass gegen das MfS, im Volksmund wurde meist die hetzerische Bezeichnung „Stasi“ verwendet, saß in der Bevölkerung tief.  So war es letztendlich unmöglich ehemalige MfS-Angehörige in die zivile Arbeitswelt einzugliedern. Nach Ende der DDR waren die meisten arbeitslos und dann vom Rentenstrafrecht betroffen.

    Im ersten genannten Fall haben die potentiellen Kollegen ihre Ablehnung kund getan mit einem ehemaligen MfS-Angehörigen und deren Helfer zu arbeiten.

    Im zweiten genannten Fall wurde musste eine Einstellungszusage zurückgezogen werden, weil die potentiellen Kollegen abgelehnt haben mit einem ehemaligen MfS-Angehörigen zu arbeiten. Sie drohten mit Kündigung. (Was zum damaligen Zeitpunkt noch möglich war.)

    Der dritte genannte Fall mit dem Hygieneinstitut ist ja der „Hammer“. Zunächst sollten die ehemaligen MfS-Angehörigen ihrer Qualifikation entsprechende Arbeitsplätze erhalten. Dann war plötzlich keine Rede mehr davon. Sie sollten weit unterhalb ihrer Qualifikation arbeiten. Anstatt als Hygieneinspektoren, wie zunächst vorgesehen, sollten sie als Bau-Hilfsarbeiter arbeiten. Nun ja die beschriebene Tauschwirtschaft war aufgrund der Mangelwirtschaft in der DDR normal. Nach der Vollendung des Baus sollten eventuell auch nur ein Teil der ehemaligen MfS-Angehörigen weiterbeschäftigt werden. Und das wieder als Hilfs-Handwerker/Bauhelfer.  Wären da eingearbeitete/gelernte Bauarbeiter nicht sinnvoller als Tauschobjekt gewesen? Körperliche Arbeit waren die ehemaligen hochqualifizierten MfS-Angehörigen nicht gewöhnt. Da hätte es doch ohnehin nicht geklappt mit der Arbeit. Na ja, es ging schlichtweg darum die ehemaligen MfS-Angehörigen zu demütigen, ihnen ihren Lebensmut zu nehmen u.ä.

     

    Entnommen vom Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv und aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

    Dokument (Auszug)

    Broschüre

  • Bericht über die Lage in den Bezirksämtern für Nationale Sicherheit sowie im Zusammenhang mit der Auflösung der Kreisämter für Nationale Sicherheit (15.12.1989)

    Zunächst geht es um technische Dinge. Dann wieder um die bis zum 31.12.1989 zur Entlassung vorgesehen Mitarbeiter.

    Von den bis zum 31.12.1989 zur Entlassung vorgesehenen 3 215 Mitarbeitern des AfNS und 3 500 Mitarbeitern der Bezirksämter wurden 620 bzw. 300 zum Zoll vermittelt.

    Die Situation unter den Mitarbeitern der ehemaligen Kreisämter und der Bezirksämter war weiterhin äußerst gespannt. Kritisiert wurde vor allem die überstürzte Aktion zur Auflösung der Kreisämter. Die unter den Mitarbeitern verbreitete Ungewissheit über ihre eigene Perspektive innerhalb oder außerhalb der Bezirksämter- fehlende Aussagen, wieviel Mitarbeiter künftig noch benötigt werden – hat zu einem verstärkten Abgang vor allem von den Spezialisten geführt. Zum Teil war die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit von Objekten bereits eingeschränkt.

    Die Probleme bei der Beschaffung von geeigneten Arbeitsplätzen für aus den Ämtern ausscheidende Mitarbeiter halten an. Überwiegend sind fünf oder mehr Rücksprachen notwendig, bevor eine neue Arbeitsstelle gesichert ist. Durch die Mitteilung über die Auflösung des gesamten AfNS in den Massenmedien hat sich die Unruhe unter den Mitarbeitern noch verstärkt. (Die Unruhe war ja berechtigt, da sich diese Meldung letztendlich bewahrheitet hat. P.R.) Zum Teil herrscht unter den Mitarbeitern Angst, von Untersuchungskommissionen wegen ihrer Tätigkeit im ehemaligen MfS zur Verantwortung gezogen zu werden

    Am 14.12.1989 wurden gegen den stellvertretenden Leiter des Bezirksamtes Schwerin ein Ermittlungsverfahren mit Haft wegen Verdachts der Urkunden- und Aktenvernichtung und gegen den ehemaligen Leiter des Bezirksamtes Schwerin ein Ermittlungsverfahren mit Haft (unbefugter Waffen- und Sprengmittelbesitz) eingeleitet. Dazu wurde die Öffentlichkeit durch Vertreter des „Neuen Forums“ auf einer Pressekonferenz informiert.

    Im Objekt der Bauakademie der DDR in Berlin-Hohenschönhausen, wurde ein Schreiben an der Aushängetafel mit folgendem Text festgestellt:

    „Für ein sauberes Hohenschönhausen – Stasi raus“.

    Darunter befindet sich eine Aufstellung von Objekten des ehemaligen MfS (Ledigenwohnheime, private Wohnhäuser und Dienstobjekte). Der geforderten Räumung der Objekte stimmten ca. 20 – 30 Personen unterschriftlich zu.

    Weiterhin anhaltend waren Auffassungen von nicht organisierten Bürgern sowie Vertretern neugegründeter Parteien und Bewegungen, die sich gegen die vollständige Auflösung der Kreisämter aussprachen. In diesem Zusammenhang wurde auf verstärkte Erscheinungen und Tendenzen des Neofaschismus und des zu erwartenden Drogenmissbrauchs verwiesen. (Na, da gab es doch noch vernünftige Leute, die sahen was für ein Unglück über die (Noch-)DDR gekommen war. P.R.)

    Vertraulich äußerte ein Mitarbeiter einer Botschaft eines NATO-Staates, dass kein Geheimdienst der Welt so mit sich umgehen lasse, wie das seinerzeit in der DDR geschah. (In dieser Richtung äußere ich mich ja auch immer wieder. Das ist nach der langen Zeit immernoch nötig. Nun ja, wenn das schon damals ein Vertreter eines NATO-Staates äußerte, dann heißt das schon was. Das sollen sich mal die „Aufarbeiter“ u.ä. zu Gemüte führen. P.R.)

    Am 14.12.1989 wurde in Berlin-Lichtenberg, Marie-Curie-Allee, einem Mitarbeiter des AfNS ein Flugblatt übergeben, in dem für den 18.12.1989, 15:00 Uhr, zu einer Demonstration zum Objekt des AfNS, Magdalenenstraße, aufgerufen wurde.

    In diesem Flugblatt wurde u.a. gefordert:

    • Die unverzügliche Übergabe des gesamten Objekts an das Gesundheitswesen der Hauptstadt,

    • die Umschulung und Resozialisierung der ehemaligen Mitarbeiter.

    (Ob dann tatsächlich deine Einrichtung des Gesundheitswesens eingezogen ist, wissen wir nicht. Selbst das Regierungskrankenhaus der DDR ist nicht weiter genutzt worden und nun ein „Lost Place“.

     Heute schließen reihenweise Kliniken. Das ist den damaligen Schreihälsen heute wohl egal. P.R.)

    Entnommen vom Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv und aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

    Dokument

    Broschüre

  • Lösungen der 7. Aufgaben zur Konterrevolution

    Lösung Aufgabe 1

    Die Ersteller der Broschüre und der darin enthaltenen Aufgaben sind anscheinend jüngere Leute, die nicht wissen, dass Telegramme und Fernschreiben verschiedene Dinge waren. Hier geht es um Fernschreiben und nicht um Telegramme

    Na, was soll man da sagen? Die konterrevolutionären Ereignisse überschlugen sich. So war nach 24 Stunden manche Festlegung nicht mehr aktuell. Ansonsten fehlen einem für die damaligen Zustände die Worte

    Siehe Beitrag: „Zwei Fernschreiben an die Beauftragten des Vorsitzenden des Ministerrates“

     

    Lösung Aufgabe 2

    Was soll man dazu noch sagen? Die Konterrevolution schritt voran. Möglicherweise war absehbar, dass die DDR nicht mehr lange existiert. Es ging darum alles für die Übergabe vorzubereiten. Näheres siehe Beitrag „Hinweise für die Dienstbesprechung am 08.12.1989, 17 Uhr“.

     

    Lösung Aufgabe 3

    Siehe auch Beitrag „Hinweise für die Dienstbesprechung am 08.12.1989, 17:00 Uhr“

    Zum damaligen Zeitpunkt war zu erwarten, dass das Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) bald aufgelöst wird. Man sah voraus, dass eine größere Anzahl von Mitarbeitern keine weitere Dienstverwendung finden wird.

    Die Dienststellen sollten aufgelöst werden.

    Alles Weitere: bitte Link zum Beitrag klicken.

     

    Lösung Aufgabe 4

    Na, was da noch handschriftlich zum Dokument hinzugefügt wurde, war wohl die falsche Hoffnung die ehemaligen Mitarbeiter des nunmehrigen AfNS beim Zoll und der Passkontrolle unterzubringen. Wir wissen, dass das bald obsolet wurde.

     

    Lösung Aufgabe 5

    Nun musste die Volkspolizei herhalten, um die Sicherung der Dienststellen des MfS (in der Aufgabe als „Stasi-Dienststellen“ bezeichnet), gemeinsam mit den Konterrevolutionären, in der Aufgabe als „Bürgerbewegung“ bezeichnet, zu sichern. Na ja, der Fall „Rosenholzdateien“ ist ja bekannt geworden. Es ist davon auszugehen, dass westliche Geheimdienste die Gunst der Stunde nutzten und vieles abgegriffen haben. Schließlich ist ja nicht alles bekanntgeworden.

     

    Entnommen vom Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv und aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

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    Broschüre

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  • 7. Aufgaben zur Konterrevolution

    Aufgabe 1

    Die beiden Telegramme wurden innerhalb von 24 Stunden geschickt. Vergleichen Sie die Inhalte und benennen Sie die wichtigsten Unterschiede. Diskutieren Sie, was die Gründe dafür gewesen sein könnten.

     

    Aufgabe 2

    Ministerpräsident Modrow hatte die Schaffung eines Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) Mitte November initiiert. Finden Sie Motive, warum er das Amt nur drei Wochen später wieder fallen ließ!

     

    Aufgabe 3

    Auf einer der letzten Dienstberatungen im AfNS musste der Leiter große Veränderungen verkünden (Dok. 17). Geben Sie die wichtigsten Veränderungen mit eigenen Worten wieder.

     

    Aufgabe 4

    An den Rand der „Hinweise“ hatte ein Stasi-Mitarbeiter geschrieben: „Zoll, Passkontrolle(olle)“. Entwickeln Sie Szenarien, aus denen hervorgeht, was die Staatssicherheit vorhatte. Bedenken Sie dabei, dass eine große Entlassungswelle von Stasi-Mitarbeitern bevorstand.

     

    Aufgabe 5

    Erläutern Sie, warum ab 9. Dezember Volkspolizisten und Vertreter der Bürgerbewegung (Konterrevolutionäre) die Sicherung aller Stasi-Dienststellen übernehmen sollten.

     

    Entnommen vom Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv und aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

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  • Hinweise für die Dienstbesprechung am 08.12.1989, 17:00 Uhr

    Zum genannten Zeitpunkt war zu erwarten, dass in kürzester Frist ein Beschluss des Ministerrates die Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit bestimmen wird

    Man sah voraus die Folge voraus. Eine erheblich größere Anzahl von Mitarbeitern, als bisher vorgesehen, konnte keine weitere Dienstverwendung mehr finden.

    Die geltenden Regeln zur sozialen Sicherstellung der aus dem Amt ausscheidenden Mitarbeiter wurden durch einen Beschluss des Ministerrates ausdrücklich bestätigt.

    Die Sicherung der Dienstobjekte sollte voraussichtlich ab 09.12.1989 durch Kräfte der Deutschen Volkspolizei und eventuell unter Mitwirkung von Vertretern der Bürgerrechtsbewegungen erfolgen. (Es war vorbei. Man hatte aufgegeben und konnte nur noch Auf die (noch) Volkspolizei und auf die vernünftigen Leute unter den Konterrevolutionären hoffen, damit alles geordnet abläuft. P.R.

    Durch grundsätzliche Festlegungen des Ministerpräsidenten sollte die Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit unter öffentlicher Kontrolle und unter Gewährleistung des Quellen- und des Geheimnisschutzes geordnet durchgeführt werden. (Es wird auf ein Dokument verwiesen, das aber hier nicht für die Nachwelt enthalten ist. P.R.)

     

    Ausgehend von dieser Lage wurden folgende Festlegungen getroffen

    • Die Innensicherung der Dienstobjekte erfolgt durch Kräfte des Büros der Leitung und die durch die Diensteinheiten zur Verfügung stehenden Mitarbeiter.

    • Verantwortlich für die Sicherung der von ihnen genutzten Gebäude sind die betreffenden Diensteinheiten. Die erforderlichen Abstimmungen zwischen den Diensteinheiten, welche Häuser gemeinsam nutzen, sind sicherzustellen.

    • Die Mitarbeiter, welche nicht für die Erfüllung von Aufgaben der geordneten Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit benötigt werden, sind mit Wirkung vom 11.12.1989 zu beurlauben. Die erforderlichen Verbindungen zu diesen Mitarbeitern für die gegenseitige Übermittlung von Informationen sich zu gewährleisten.

    • Durch die Leiter der Diensteinheiten sind die personellen Entscheidungen unter dem Gesichtspunkt zu treffen, dass lediglich die für die Aufgaben der Sicherung und Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit unbedingt notwendigen Mitarbeiter im Dienst verbleiben.

    • Die zentral und in den Diensteinheiten ablaufenden Maßnahmen zur Eingliederung der Mitarbeiter in zivile Tätigkeiten sind beschleunigt weiterzuführen.

    • In den Diensteinheiten sind geeignete Leiter und Mitarbeiter zu bestimmen, die gemeinsam mit dem Kaderorgan (Personalabteilung P.R.) die erforderlichen Entscheidungen zur weitergehenden Freisetzung von Mitarbeitern für zivile Tätigkeiten treffen. Die für diese Aufgaben benötigten Mitarbeiter des Kader- und Finanzorgans (der Personal- und Finanzabteilung P.R.) sind unbedingt im Dienst zu belassen. (Die sollten am Ende das Licht ausmachen. P.R.)

     

    Schlussanmerkungen von Petra Reichel

    Wir wissen, dass es so nicht geklappt hatte. Die ehemaligen MfS- bzw. AfNS-Angehörigen in Arbeit zu bringen hat ja nicht geklappt. Siehe hier vorgestelltes Dokument. (Link)

     

    Entnommen vom Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv und aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

    Dokument

    Broschüre

  • Zwei Fernschreiben an die Beauftragten des Vorsitzenden des Ministerrates

    Einerseits distanziert man sich von der Arbeit des vormaligen MfS, andererseits sollen Modalitäten für geheimdienstliche Arbeit festgelegt werden

    Technische und organisatorische Gründe halten nun her, dass die Sichtung und Bearbeitung der gesicherten Dokumente nicht möglich sind. Man delegiert das nun an irgendwelche Gruppen. (Mensch, was für Zustände. P.R.)

    Durch den Chef des AfNS sind Festlegungen zur Auflösung der Kreisämter getroffen worden. Über die Verwendung der freiwerdenden Objekte entscheiden die örtlichen Räte. (Na ja, im früheren MfS-Gebäude in Dresden befindet sich nun das Arbeitsamt. Sehr sinnig. P.R.)

    Der Rest befasst sich sozusagen mit der Geschäftsordnung. Im Nachgang uninteressant.

     

    Entnommen vom Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv und aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

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